Anleihen-Barometer: 4 Sterne für neue MGI-Anleihe (A2R4KF)

Dienstag, 8. Oktober 2019


In einem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer bewerten die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die neue Anleihe der Media and Games Invest plc (WKN: A2R4KF) als „attraktiv“ mit 4 von 5 möglichen Sternen.

Das Geschäftsmodell der Media and Games Invest (MGI) sei stark zukunftsgerichtet, sagen die Analysten der KFM. Aufgrund der Größe und des Erfahrungsschatzes der Gesellschaft mit derzeit bereits mehr als 30 gut etablierten Online-Spielen in Verbindung mit den starken Synergien für Kundenakquise durch die gekauften Marketingfirmen sehen die KFM-Analysten zukünftiges Wertsteigerungspotenzial und bewerten die neue MGI-Anleihe mit 4 Sternen.

MGI-Anleihe 2019/24

ANLEIHE CHECK: Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Anleihe der Media and Games Invest plc mit einem Emissionsvolumen von bis zu 25 Mio. Euro ist mit einem Zinskupon von 6,75-7,25% p.a. (Zinstermin vierteljährlich am 11.01., 11.04., 11.07. und 11.10.) ausgestattet. Die Mindest-Order-Summe bei der ausschließlich institutionellen Investoren angebotenen Emission beträgt 100.000 Euro und die Laufzeit der fünfjährigen Anleihe, die im Freiverkehr der Börse Frankfurt notieren wird, endet am 11.10.2024.

Anleihebedingungen: Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin sind in den Anleihebedingungen in den Zeiträumen vom 01. bis 31.10.2021 zu 103%, vom 01. bis 31.10.2022 zu 102% und vom 01. bis 31.10.2023 zu 101% des Nennwertes vorgesehen. In den Anleihebedingungen sind außerdem eine Negativerklärung und die Verpflichtung zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote verankert.

Media and Games Invest hält Mehrheit an der gamigo AG

Die Media and Games Invest (kurz: MGI) ist eine börsennotierte strategische Investmentholding mit Sitz in Valetta/Malta, die sich auf die Sektoren Gaming (Onlinespiele) und Medien fokussiert hat. Dabei verfolgt MGI eine „buy, integrate, build & improve“-Strategie; das heißt, die Akquisitionen werden nach der Übernahme entwickelt und in die Gruppe integriert oder fusioniert, um anschließend auf Wachstum und Internationalisierung zu fokussieren und von Wettbewerbsvorteilen zu profitieren. Die wichtigste Beteiligung ist die Hamburger gamigo AG, einer der führenden Publisher von Online- und Mobile-Spielen in Europa und Nord-Amerika. An der gamigo AG hält MGI aktuell einen Anteil von 53%, jedoch bereits 67% der Stimmanteile und plant, diese Beteiligung mit Mitteln der aktuell emittierten Anleihe auf über 75% auszubauen.

Derzeit konsolidiert die MGI zunächst auf hohem Niveau nach den Zukäufen der letzten Jahre. Um das eigene Wachstum und die Synergien bei der Integration der Beteiligungen untereinander zu fördern hat das Unternehmen erreicht, dass inzwischen fast alle Spiele kosteneffizient im Cloud betrieben werden. Außerdem werden auch die Back-ends konsolidiert, um weitere Effizienzen zu schaffen. Wegen des nach wie vor positiven Marktumfeldes für Computerspiele werden der gamigo AG unverändert viele attraktive Unternehmen zum Kauf angeboten.

INFO: Die Anfänge der gamigo AG reichen in das Jahr 2000 zurück, gegründet als Onlinemagazin für PC- und Konsolenspiele. Zwischen 2008 und 2011 hat die Axel Springer AG alle Aktien der gamigo AG erworben und dann an den Vorstand der MGI Remco Westermann veräußert. Seit der Übernahme durch Remco Westermann Ende 2012 ist die gamigo Group in den letzten sechs Jahren stark gewachsen.

Finanzkennzahlen

Die gamigo AG hat in den letzten vier Jahren den Umsatz jährlich um ca. 32% (CAGR) und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) jährlich um 64% (CAGR) steigern können. So erreichte der Umsatz im Jahr 2018 45,3 Mio. Euro nach 42,1 Mio. Euro im Vorjahr. Im Jahr 2018 erreichte das EBITDA 11,0 Mio. Euro (Vj. 7,0 Mio. Euro), was einer EBITDA-Marge von 24,3% (Vj. 16,7%) entspricht.

Für das erste Halbjahr 2019 erreichte die MGI (inklusive der gamigo AG) konsolidiert einen Umsatz von 28,6 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 20,4% gegenüber dem zweiten Halbjahr 2018 mit 23,7 Mio. Euro. Das EBITDA stieg im ersten Halbjahr 2019 auf 7,5 Mio. Euro (2. Hj. 2018: 5,9 Mio. Euro). Dies ist ein Anstieg von 27,6%. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 3,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 um 84,5% über dem zweiten Halbjahr 2018 mit 1,8 Mio. Euro.

Der operative Cash Flow der größten Beteiligung gamigo AG stieg von 3,8 Mio. Euro im Jahr 2017 auf 10,5 Mio. Euro im Jahr 2018. Vor dem Managementwechsel im Jahr 2012 war gamigo AG ein Restrukturierungsfall mit in 2013 noch einem negativen operativen Cashflow von -1,5 Mio. Euro. Die Investitionen (Capital Expenditures – kurz: CAPEX) betrugen im Jahr 2018 7,7 Mio. Euro nach 6,9 Mio. Euro im Vorjahr (davon entfallen ca. 1/4 auf „Maintenance“, also die Weiterentwicklung der bestehenden Spiele sowie 3/4 auf Erweiterungs- bzw. Wachstumsinvestitionen, was auch Akquisitionen beinhaltet).

Die immateriellen Vermögenswerte belaufen sich zum 30.06.2018 auf 196,1 Mio. Euro, was ca. 90% der Bilanzsumme entspricht. Darin sind immaterielle Vermögenswerte der gamigo AG in Höhe von 67,6 Mio. Euro enthalten (davon 27,9 Mio. Euro Firmenwert). Der Posten repräsentiert laut Analysten den Buchwert der gesamten Online Spiele und bilanzierten Media Aktivitäten und Firmenwerte. Ein Werthaltigkeitstest des Firmenwertes bestätigte die Wertansätze. Die Eigenkapitalquote liegt zum 30.06.2019 bei komfortablen 54% (Vj: 67%). Für das Gesamtjahr 2019 wird für die MGI (inklusive der gamigo AG) konsolidiert ein Umsatz von 70-75 Mio. Euro erwartet.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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Unternehmensanleihe der gamigo AG 2013/2018

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