Anleihen-Barometer: 3,50%-Anleihe der Vandemoortele N.V. (A188N9) im Analysten-Check

Mittwoch, 21. Oktober 2020


In einem aktuellen Anleihen-Barometer wird die 3,50%-Anleihe der belgischen Vandemoortele N.V. mit Laufzeit bis 2023 (WKN A188N9) von den Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG als „durchschnittlich attraktiv“ mit 3 von 5 möglichen Sternen bewertet. Die Anleihe befindet sich im Portfolio des Europäischen Mittelsatndsanleihen FONDS.

Die Vandermoortele N.V. habe laut Analysten als europäischer Marktführer in den Segmenten Tiefkühl-Backwaren sowie Margarinen und Speiseöle ein diversifiziertes Produkt- sowie Kundenportfolio aufgebaut. Die Gruppe konnte die letzten Jahre durch ein erfahrenes Management ihre Profitabilität weiter steigern. Finanziell sei die Gruppe mit Ihrer sehr soliden Eigenkapitalquote und dem hohen Zinsdeckungsgrad „sehr gut“ aufgestellt.

INFO: Das im Jahr 1899 gegründete Familienunternehmen Vandemoortele N.V. mit Hauptsitz in Gent (Belgien) ist ein führender europäischer Lebensmittelkonzern. Die Gruppe konzentriert sich hierbei auf die zwei Geschäftssegmente Bäckereiprodukte sowie Margarinen, Speiseöle und -fette (MCOF – Margarines, Culinary Oils and Fats).

3,50%-Vandemoortele-Anleihe

ANLEIHE CHECK: Die nachrangige und unbesicherte Anleihe der Vandemoortele N.V. mit einem Emissionsvolumen von 75 Mio. Euro und einer Stückelung von 100.000 Euro ist mit einem Zinskupon von 3,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 07.11.) ausgestattet und hat eine Laufzeit vom 07.11.2016 bis zum 07.11.2023. Die Emission wurde im Rahmen eines Private Placements ausschließlich bei institutionellen Investoren platziert.

Anleihebedingungen: Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin sind in den Anleihebedingungen nicht vorgesehen. Die Schuldverschreibungen sind an der Börse Alternext Brüssel notiert und werden zudem in Frankfurt, Düsseldorf und München gehandelt.

Finanzkennzahlen

Die Gesamtumsätze der Gruppe verharrten die letzten Jahre mit um die 1,4 Mrd. Euro auf einem hohen Niveau. Für das Geschäftsjahr 2019 meldet Vandemoortele einen leichten Umsatzrückgang von 2% auf 1,38 Mrd. Euro (2018: 1,41 Mrd. Euro), was hauptsächlich auf gesunkene Rohstoffpreise und auf eine Straffung des Sortiments im Bereich Bakery Products zurück zuführen ist. Der Umsatz verteilt sich auf 886 Mio. Euro im Bereich Bakery Products und 481 Mio. Euro im Bereich MCOF. Im Gegensatz zum Umsatz konnte die Profitabilität der Gruppe gesteigert werden. So konnte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 122,9 Mio. Euro im Jahr 2018 um 13,7% auf 139,7 Mio. Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr zulegen. Dies entspricht einer EBITDA-Marge in Höhe von 10,1%. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 10,3% auf 74,7 Mio. Euro gesteigert werden (2018: 67,7 Mio. Euro). In Verbindung mit Zinsaufwendungen 2019 in Höhe von 9,0 Mio. Euro übersteigt das EBIT die jährliche Zinslast um das 8,3 fache und zeigt damit nach Einschätzung der KFM-Analysten eine komfortable Zinstragfähigkeit des Unternehmens.  

Beteiligungsverkauf kompensiert Corona-Krise

Im ersten Halbjahr 2020 führte die Covid-19 Krise zu Umsatzrückgängen in beiden Geschäftsbereichen. Vor allem bedingt durch einen starken Rückgang im Foodservice-Geschäft (Restaurant, Hotel und Catering) ging der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16% auf 554,8 Mio. Euro zurück. Während dies im MCOF-Bereich zum Teil durch höhere Einnahmen im Einzelhandel ausgeglichen werden konnte, war dies bei den Backwaren nicht der Fall. Das EBIT sank dadurch von 27,2 Mio. Euro auf 3,4 Mio. Euro, blieb aber trotz der widrigen Bedingungen im positiven Bereich. Als zeitlich glücklich erwies sich in diesem Zusammenhang der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der spanischen Raffineriegesellschaft Lipidos Santiga SA im Januar 2020, der einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von 26,0 Mio. Euro generierte. Die Vandemoortele Gruppe schließt somit das erste Halbjahr 2020 mit einem Nachsteuerergebnis von 21,6 Mio. ab; gegenüber 16,2 Mio. zur Jahresmitte 2019 bedeutet dies einen Anstieg um 33%. Dadurch, dass die Gruppe in den letzten Jahren stets einen großen Teil ihrer Erträge einbehalten hat, beträgt die Eigenkapitalquote zum 30.06.2020 37,9%.

Für den weiteren Geschäftsverlauf 2020 erwartet Vandemoortele trotz der seit Juni begonnenen Erholung auch im zweiten Halbjahr unter den Ergebnissen des Vorjahres zu bleiben, wenn auch wesentlich moderater als im ersten Halbjahr.

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: pixabay.com

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