Angesichts der Währungskrise des Euro könnten Ausschläge bei den Rohstoffen zu erwarten sein

Dienstag, 1. September 2015


Beinahe im Monatsrhythmus erreichen die Anlegerinnen und Anleger Hiobsbotschaften, wenn es um den scheinbar unstillbaren Hunger Griechenlands nach neuen Krediten und sogenannten „Rettungspaketen“ geht. Schon im Mai 2010 gab die Bundeskanzlerin das Motto aus „Wenn der Euro scheitert, dann scheitert Europa“ und hat sich damit in eine beinahe sklavenhafte Abhängigkeit zum Erfolg des europäischen Projektes begeben. Anleger erzielen mit Tages- und Festgeldern und sogar zehnjährigen Bundesanleihen keinen Wertzuwachs mehr: Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf sich nach anderen Assetklassen umzusehen! 

Mit Zähnen und Klauen wird verteidigt, was nie zusammengewachsen ist: Die diversen Rettungsschirme – wie der ESM – haben inzwischen ein Volumen von 700 Milliarden Euro – was einem Drittel der deutschen Staatsverschuldung (angehäuft seit mehr als 70 Jahren) entspricht. Wolfgang Bosbach, Abgeordneter und Klardenker innerhalb der CDU/CSU-Fraktion, zieht sich auf seine Position als Bundestagsabgeordneter zurück. Und meldet Zweifel an der Euro-Politik an! Vor diesem Krisen- und möglichen Katastrophenszenario stellt sich die Frage, wie sich die Rohstoffnotierungen in nächster Zeit entwickeln könnten. Und ob es einen sichereren Hafen als das Horten von Bargeld gibt?

Die Rohstoffnotierungen in Deutschland zeigen: Die Märkte schlafen noch

Viele Marktbeobachter sind erstaunt, dass die klassischen und in praktisch jeder Wirtschaftskrise erprobten Krisenmechanismen noch nicht angesprungen sind. Normalerweise würden die Menschen in einer Nullzinsphase aus den Festverzinslichen flüchten und in Sachwerte wie Immobilien und Rohstoffe investieren. Diese Bewegung hat nur teilweise eingesetzt: In einem ersten Schritt sind die Immobilienpreise in einigen Regionen so weit gestiegen, dass manche schon von einer Immobilienblase sprechen. Gold und Silber haben allerdings Nachholbedarf! Bei allen bisherigen Währungskrisen vervielfachten sich die Gold- und Silber-Notierungen binnen wenigen Monaten. Industrielle Verwender wie beispielsweise die Halbleiter-, Elektronik- oder Fahrzeugbauindustrie mussten erheblich steigende Einkaufspreise hinnehmen. Derzeit ist es aber an der Rohstofffront erstaunlich ruhig, Kollateralschäden durch derzeitige Rohstoffpreise entstehen noch nicht.

Alles deutet darauf hin, dass sich die Konjunkturrisiken noch nicht in den Rohstoffnotierungen widerspiegeln. Werfen Sie mit uns zusammen einen Blick auf die Gold- und Silber-Notierungen. Sobald der von vielen erwartete Kursanstieg der Rohstoffe einsetzt, können die Anleger sowohl mit Direktinvestments, als auch dem CFD-Handel daran teilhaben und die Rendite des Portfolios möglicherweise erhöhen:

1. Steht das Ende des Rücksetzers bei Gold bevor?

Erstaunlicherweise ist das Edelmetall Gold noch nicht im Krisenmodus angekommen: Am 08. November 2011 erreichte die Feinunze Gold in London einen langjährigen historischen Höchstkurs von 1.794 US-Dollar (damals: 1.297 Euro). Seitdem bröckelte der Kurs in einer Abwärtsbewegung ab und notiert Anfang August 2015 knapp unter 1.100 US-Dollar. Für denjenigen, der erst im Jahr 2011 in Gold investiert hat, kann der Kursverlust schmerzlich sein. Allerdings notierte das Gold vor zehn Jahren noch bei 431 US-Dollar pro Feinunze, so dass Anleger ihr Investment binnen zehn Jahren auf das 2,55-fache steigern konnten.

2. Angesichts der Nachfrage könnte Silber unterbewertet sein

Auch der Silber-Kurs enthält eine im Moment rätselhafte Komponente: Trotz steigender industrieller Nachfrage und knapper Produktionskapazitäten ist die Silber-Notierung in den letzten Monaten nicht gestiegen und befindet sich sozusagen in Wartestellung. Im Fixing vom 04. August 215 notierte die Feinunze bei 14,54 US-Dollar. Vor zehn Jahren (Anfang August 2005) notierte Silber gerade einmal bei der Hälfte, bei 7,20 US-Dollar.

Gold und Silber sind die Edelmetalle, die am häufigsten als Wertmaßstab und Investmentvehikel genutzt werden. Bei stetig steigender Geldmenge und den zu erwartenden Verwerfungen durch ungelöste Krisen in Europa könnten beide Notierungen bald Fahrt aufnehmen und sich in Richtung bisheriger Höchstnotierungen bewegen.

Foto: Jeremy Schultz

Gastbeitrag (Kategorie: Rohstoffhandel)

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