3 Alternativen zu Anleihen: Investments in Kreditnehmer, Gold und Immobilien

Dienstag, 25. Juni 2019


Gastbeitrag von Gaby Kruse. Investments in Anleihen sind mit einem nicht zu unterschätzenden Risiko verbunden. Für sicherheitsorientierte Anleger gibt es attraktive Alternativen. Sie können ihr Geld über Online-Marktplätze nicht nur gewinnbringend privaten Kreditnehmern bereitstellen, sondern ihr Portfolio auch mit Gold gegenüber Krisen stärken oder mit offenen Immobilienfonds (OIF) abrunden. Ein Einblick in alternative Optionen.

1. Für Privatanleger: Geld für Privatkredite bereitstellen

Privatkredite, die über Online-Kreditplattformen abgeschlossen werden, erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum einen, weil die Abwicklung unbürokratisch und schnell erfolgt. Zum anderen, weil auch diejenigen eine Chance auf Fremdkapital haben, die über ein unregelmäßiges Einkommen verfügen. Bestes Beispiel sind Selbstständige und Freiberufler. Die Internet-Marktplätze treten dabei als Vermittler auf. Anders als beim konventionellen Bankkredit leihen sich Kreditnehmer Geld nicht bei Kreditinstituten, sondern von privaten Anlegern. Letztere können sich wiederum hohe Renditen sichern und von Sicherheit durch Bonitätsscoring der Kreditnehmer profitieren. Einer der bedeutendsten Internet-Marktplätze ist auxmoney mit Sitz in Düsseldorf, anhand dessen das Investitionspotenzial erläutert wird. Das 2006 gegründete Unternehmen schlüpft in die Vermittlerrolle zwischen potenziellen Kreditnehmern und Kreditgebern und übernimmt bei erfolgreichem Abschluss die Kreditabwicklung. Über das Portal können Verbraucher beispielsweise einen Sofortkredit für viele Gelegenheiten anfragen und erhalten innerhalb von Minuten eine Rückmeldung. Erfolgt eine Zusage, wird die Kreditsumme häufig innerhalb von 24 Stunden ausgezahlt. Für Anleger ist die Abwicklung gleichermaßen simpel. Nach unverbindlicher Registrierung, lässt sich ein Anlagekonto bei der Partnerbank eröffnen, um anschließend nach passenden Investitionsprojekten Ausschau zu halten. Alternativ haben Anleger die Möglichkeiten ihre Investments zu automatisieren. Fünf Prozent Rendite verspricht der Kreditvermittler durchschnittlich. Investitionen in Privatkredite sind auch für unerfahrene Anleger eine Überlegung wert. Sie erfordern kein Vorwissen. Dennoch sind Geldgeber gut beraten sich mit den Chancen und Risiken auseinanderzusetzen.

  • 2. Für turbulente Zeiten: Gold

Gold in Form von Barren oder Münzen (kein Schmuck!) ist eine hervorragende Ergänzung für Kapitalanlagen, um das Risiko zu streuen. Das Edelmetall gilt als krisensicher und symbolisiert als älteste Währung der Menschheitsgeschichte Wohlstand und Macht. Über 4.000 Jahre hat es inzwischen Bestand. Es sollte allerdings maximal zehn Prozent des investierten Vermögens ausmachen, da es trotz Historie immensen Schwankungen unterliegt.

Dennoch sind die Prognosen positiv. 2018 kauften Notenbanken so viel Gold wie seit einem halben Jahrhundert nicht mehr und Anfang 2019 genoss der Goldpreis starken Aufschwung. Im Marktbericht von Börse ARD vom 20. Juni 2019 über die angekündigten Zinssenkungen der US-Notenbank Fed heißt es: „Das Edelmetall war mit 1386,38 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) so teuer wie seit mehr als fünf Jahren nicht.“ Laut Analyst beim Handelshaus Phillip Futures nehme der Goldpreis jetzt Kurs auf die 1.400-Dollar-Marke. Da die in den USA aktuell niedrigeren Zinsen auf dem Dollar lasten, können Anleger Gold mit anderen Währungen derzeit preiswert kaufen.

  • 3. Für langfristige Strategien: Offene Immobilienfonds (OIF)

Eine weitere Alternative zu Anleihen sind offene Immobilienfonds, kurz OIF. Die Mindesthaltefrist beträgt zwei Jahre. Es handelt sich nicht um kurzfristige, sondern langfristige Investitionen. Die Funktionsweise stimmt mit der von Aktienfonds überein: Mehrere Anleger investieren mit kleineren Beträgen, das Geld landet in einem großen Topf. Die Investitionssumme wird vom Fondsmanagement in Immobilien investiert, teilweise weltweit. Größtenteils stehen gewerbliche Objekte im Fokus.

Die Ertragsentwicklung liegt laut Helaba OIF-Index derzeit zwar hinter dem Durchschnitt zurück, der seit rund sieben Jahren 3,3 Prozent betrug, gegenüber Bundesanleihen konnte der Abstand kürzlich aber ausgebaut werden. Die durchschnittliche Wertentwicklung von insgesamt neun bedeutenden OIFs wird vom Helaba OIF-Index wiedergespiegelt. „Mit Blick auf die Qualität der Immobilienportfolios hat die Ratingagentur Scope den Deka-Immobilien-Global am besten eingestuft“, fasst die Redaktion des Handelsblatts zusammen, die weitere alternative Anlageformen thematisiert hat. Darunter Hedgefonds, Tagesgeld und die Anlageklasse Private Equity.

Gastbeitrag von Gaby Kruse.

Foto: pixabay.com

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