Wie Anleger dem drohenden Zu-Null-Spiel der Europäischen Zentralbank kontern können – Und warum sie so schnell wie möglich ihre festverzinslichen Anlagen überprüfen sollten – Kolumne von Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG

Dienstag, 13. Mai 2014
Hans-Jürgen Friedrich Vorstand KFM Deutsche Mittelstand AG Kolumne Anleihen Finder Redaktion anleihen-finder.de


Kommt jetzt die nächste Zinssenkung? Die Sorgenfalten bei institutionellen und privaten Anleger werden noch tiefer. Wer zu spät handelt, hat das Nachsehen!

Der stellvertretende Generalsekretär der OECD, Rintaro Tamaki, hat der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Steilvorlage für eine weitere Zinssenkung gegeben. Und die EZB hat die Vorlage in der vergangenen Woche angenommen.

Die OECD sieht gravierende Probleme in der Euro-Zone: „Große Konjunkturrisiken, hohe Arbeitslosigkeit und enorme Staatschulden“ könnten nur durch eine Nullzins-Politik der EZB bekämpft werden. Herr Draghi kommentierte das Ergebnis der Sitzung der Zentralbank sehr deutlich: „Der Zentralbankrat fühlt sich wohl dabei, beim nächsten Mal zu handeln“. Also per Volley zum „Zu-Null-Spiel“?

In meiner Kolumne vom 19.11.2013, „Zinstief – Sorgenfalten bei Kapitalanlegern“, hatte ich bereits auf die Verschuldungssituation der europäischen Staaten und deren Auswirkung auf den Spielraum für mögliche Zinssteigerungen hingewiesen. Doch die Lage bessert sich nicht.

Hoffnung auf steigende Zinsen schwindet

Sprudelnde Steuereinnahmen wie in Deutschland werden offensichtlich nicht dazu verwendet, Staatsschulden sukzessive abzubauen. So schwindet nochmals die Hoffnung, dass sich an der Zinsfront eine Besserung einstellt und steigende Zinsen bald folgen werden. Nach einem Null-Zins kann es ja nur noch bergauf gehen. Oder? Die Frage ist nur, wann diese Aufwärtsbewegung eintritt. In Japan hat sich die Nullzinspolitik der Zentralbank seit 1998 – also seit 16 Jahren – nicht geändert. Und die nachfolgende Grafik verheißt nichts Gutes für viele institutionelle Investoren und private Anleger. Für Versicherungsgesellschaften, Banken als auch für zahlreiche Sparer sind die Auswirkungen besorgniserregend.

grafik_kolumne_kfm_14052014

Unangenehme Überraschung für Sparer und Festgeld-Anleger

Für Anleger ist es allerhöchste Zeit, Ihre festverzinslichen Anlagen auf den laufenden Zinsertrag nach Kosten und Steuern zu überprüfen. In vielen Fällen bleibt nämlich nach Kosten und Steuern nichts mehr übrig bzw. entsteht sogar ein Minus. Sollte die europäische Zentralbank die Zinsen noch einmal senken – und möglicherweise auch negative Einlagenzinsen in Betracht ziehen, wären die Auswirkungen für zahlreiche Sparer und Festgeld-Anleger eine äußerst unangenehme Überraschung, die sich erst mit der nächsten Zinsabrechnung offenbart. Die Schweiz hatte in der Vergangenheit schon einen Vorgeschmack darauf geliefert.

Die Leitzinssenkung wurde in den letzten Tagen vom Markt sichtbar vorweg genommen. Die angebotenen Zinsen für festverzinsliche Anlagen fallen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Investoren, die in den vergangenen Monaten Unternehmensanleihen von mittelständischen Unternehmen als Anlage nutzen, haben Grund sich zu freuen. Zinssätze deutlich oberhalb der Inflationsrate tragen zur Vermögensmehrung bei. Das setzt natürlich voraus, dass Anleger in der Lage sind, Anleihen mit guter Bonität und einem attraktiven Chance/Rendite-Verhältnis auszuwählen. Wer sich mit dieser zeitaufwendigen Aufgabe nicht auseinandersetzen möchte, der nutzt die Möglichkeiten von Anleihen-Fonds, die mit Hilfe von geeigneten Auswahlverfahren die Spreu vom Weizen trennen.

Allen Anlegern, die den anstehenden Volleyschuss von Herrn Draghi beherzt abwehren, einen geschickten Konter fahren und treffsicher einnetzen, wünsche ich eine gute “Klebe“, so dass es am Ende 1:0 für Ihre Geldanlage steht.

Gutes Gelingen wünscht Ihnen

Ihr Hans-Jürgen Friedrich

Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG

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