So schlecht ist das Platzierungsergebnis von Enterprise Holdings nicht – Kolumne von Peter Thilo Hasler, Gründer und Analyst der Sphene Capital GmbH

Mittwoch, 22. April 2015


Von den angestrebten „bis zu“ 85,0 Mio. Euro der Enterprise Holdings-Zweitanleihe konnten nach Ablauf der öffentlichen Zeichnungsphase 19,3 Mio. Euro platziert werden. Diese verteilen sich auf zwei Tranchen: 13,0 Mio. Euro auf die Platzierung der Folgeanleihe – sie stellen für Enterprise Holdings neu eingeworbene Mittel dar – und 6,3 Mio. Euro auf das parallel stattgefundene Umtauschangebot an die Inhaber der Erstanleihe. Als Folge dieses Umtauschs reduziert sich das Gesamtvolumen der mit A- gerateten Erstanleihe auf nunmehr 28,7 Mio. Euro (von bislang 35,0 Mio. Euro). Das Gesamtvolumen der beiden ausstehenden Anleihen von Enterprise Holdings beträgt damit 48,0 Mio. Euro.

Einiges spricht dafür, die erreichte Platzierungsquote von knapp 23% dennoch als zufriedenstellendes Ergebnis durchgehen zu lassen. So konnte Enterprise Holdings in einem Marktumfeld reüssieren, in dem andere Emittenten ihre Platzierung absagen mussten: Von den bisher für 2015 angekündigten fünf Neuemissionen mussten bereits drei mangels Zeichnungsinteresses auf unbestimmte Zeit verschoben werden. In einem solchen Marktumfeld, das durchaus Züge eines Käuferstreiks annimmt, ist das erreichte Ergebnis so schlecht also nicht. Hier kommt Enterprise Holdings sicherlich zugute, dass auch die Mittel einer Teilplatzierung sinnvoll eingesetzt werden können – im Gegensatz etwa zu Industrieunternehmen, die mit einer Anleiheemission größere Investitionsprojekte finanzieren wollen und denen mit einer Teilplatzierung meist nur wenig geholfen ist. Bei Enterprise Holdings dagegen wird der Emissionserlös der Anleihe keiner operativen Verwendung im engeren Sinne zugeführt, sondern verbleibt als Haftungskapital in der Bilanz. Bei einer von den Regulierungsbehörden geforderten Kapitalunterlegungsquote von 24% ist es dem Unternehmen mit den neu eingeworbenen 13,0 Mio. Euro also rein rechnerisch möglich, zusätzliche Versicherungen im Volumen von bis zu EUR 54,0 Mio. zu schreiben.

Dass das Management mit seinen Zeichnern fair umzugehen weiß, verdeutlicht die Entscheidung, eine Nachplatzierung der Anleihe nicht zuzulassen. Mit der Schließung des Buches ist der häufig zu beobachtenden Praxis, zusätzliche Investoren im Nachgang der zweiwöchigen Zeichnungsphase mit zum Teil erheblichen Kurszugeständnissen anzuwerben, ein Riegel vorgeschoben. Dies lässt, wie schon bei der Erstanleihe, eine positive Kursentwicklung erwarten.

Peter Thilo Hasler, Analyst bei Sphene Capital GmbH

Foto: Niels Epting / flickr

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