Russland-Krise setzt Kurse von Mittelstandsanleihen unter Druck

Freitag, 8. August 2014


„Jetzt hat die Ukraine-Krise die Ekotechnika doch erwischt. Währungseffekte und Rating-Downgrade haben den Kurs in den letzten Wochen runter gebracht. Da dies die Ertragslage nachhaltig belasten dürfte, verkaufen wir unsere Position und investieren den Verkaufserlös in Laurèl, deren Kurs in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck geraten ist. Wir rechnen kurzfristig wieder mit einer Erholung und nutzen die gedrückten Kurse für den Aufbau einer kleinen Position“, begründet Peter Thilo Hasler, Analyst bei der Sphene Capital GmbH, seine Investment-Entscheidung.

Auch die Laurèl GmbH ist auf dem russischen Markt stark engagiert. In einer Mitteilung an die Presse vom 11. April dieses Jahres informierte Dirk Reichert, CEO der Laurèl GmbH, darüber, dass die Mode-Manager „die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Russland sehr aufmerksam verfolgen würden“. Im für die Laurèl GmbH „durchaus wichtigen“ Auslandsmarkt Russland seien bislang aber keine Beeinträchtigungen zu verspüren. „Im Gegenteil: DieVororder für Herbst/Winter 2014 ist erfreulich gestiegen, die

Auslieferung Frühjahr/Sommer 2014 ist abgeschlossen. Traditionell rechnet Laurèl in Russland in Euro ab und vereinnahmt den überwiegenden Teil der Umsätze über Vorauskasse“, hieß es in der Presseinformation aus dem April 2014. Die Situation hat sich derweil geändert. Die Sanktionen der EU gegen Russland sind verschärft worden und die Reaktion von Wladimir Putin wird nicht lange auf sich warten lassen.

Laurèl-Anleihe verliert im Juli über 20 Prozent

Weiteres Indiz dafür, dass die Modefirma wie andere Emittenten mit Russland-Geschäft unter der Russland-Krise zu leiden hat, ist der Kurssturz in der letzten Börsenwoche. Die Unternehmensanleihe der Laurèl GmbH war mit einem Kursverlust von 24,63 Prozent MiBoX®-Wochenverlierer. Bei den MiBoX®-Flops des Monats Juli 2014 belegte die Laurèl-Anleihe den vierten Platz – mit minus 21,32 Prozent. Im letzten Monat Juli kam auch der Gesamtindex, der MiBoX®, das wichtigste Barometer für Mittelstandsanleihen, wegen der Russland-Krise unter Druck: In der letzten Juli-Woche musste der Index mit einem Kursverlust von 1,30 Prozentpunkten den größten Wochen-Kursverlust in den letzten beiden Monaten hinnehmen.

Anleihen Finder Musterdepots

Neben Peter Thilo Hasler führen Martin Achter, Fondsmanager Renten bei der BayernInvest in München und Manuela Tränkel, die seit 2004 ein Family Office in München betreut, seit Mai 2012 die Anleihen Finder-Musterdepots. Auch Manuela Tränkel, deren Mittelstandsanleihen-Musterdepot zurzeit die beste Performance hinlegt, reagiert vor dem Hintergrund der Russland-Krise: Depotmanagerin Tränkel verkauft neben „nom. € 2.000 Golden Gate WKN A1KQX” Ekottechnika-Anleihen: „Verkauf nom. € 3.000 Ekotechnika WKN A1R1A.”

„Bei beiden Investments sind aus unserer Sicht die Risiken gestiegen, da Unsicherheiten und Verzögerungen im operativen Geschäftsverlauf in Folge die Finanzierungsrisiken der Unternehmen über Anleihen erhöhen. Bei der Golden Gate AG kommt eine zeitliche Komponente von gerade mal zehn Wochen als Herausforderung auf das Unternehmen zu, da bereits am 11. Oktober dieses Jahres knapp € 32 Mio. zur Rückzahlung an die Anleihegläubiger anstehen“, schreibt Family Office-Managerin Manuela Tränkel. Auch auf anleihen-finder.de ist für unsere Leser die Ekotechnika-Unternehmensanleihe in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt: Der Beitrag „Ekotechnika GmbH: Creditreform senkt Unternehmens-Rating auf „CCC“ – „Für aktuelles Geschäftsjahr hoher Verlust zu erwarten“ – „Riskantes Marktumfeld in Russland“ – Kurssturz um acht Prozent“ ist seit mehreren Tagen immer wieder in den Top Ten der meistgelesenen Artikel auf anleihen-finder.de.

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Anleihen Finder Redaktion. Christoph Morisse.

Foto:  John Leach / flickr John Leach

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