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Zukunft unternehmerisch finanzieren!
(16.10.2009) Deutscher Mittelstand – das ist ein international anerkanntes Prädikat, gleichbedeutend mit Erfindungsgeist, Fleiß und unermüdlicher unternehmerischer Leidenschaft. Unternehmertum darf aber nicht auf der Aktiv-Seite der Bilanz aufhören – Finanzierung unternehmerisch zu gestalten ist die neue Herausforderung.

Man wird wohl kaum einen erfolgreichen mittelständischen Unternehmer finden, der nicht fast alle Maschinen und Fertigungsprozesse seines Betriebs sowie seine Lieferanten und Kunden auf das Genaueste kennt. Das Wissen um die eigenen Möglichkeiten, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit und direkte Beziehungen zum Absatz- und Beschaffungsmarkt bilden maßgebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber größeren Marktteilnehmern. Das alleine reicht aber nicht mehr aus, um Erfolg nachhaltig zu sichern. Viele Unternehmen befinden sich heute in einer Lage, in der eine unzureichende Finanzierungsstruktur die langjährig aufgebaute Marktposition gefährdet. Die Gefährdung bezieht sich hierbei weniger auf das unmittelbare Insolvenzrisiko, denn dafür bedarf es meist mehr als nur Fehler in der Finanzierung. Die Gefahr liegt vielmehr darin, dass notwendige Investitionen zum Erhalt des Leistungsniveaus oder zum Erschließen neuer Geschäftsfelder mangels verfügbaren Kapitals unterbleiben. Die Lücken werden dann von den Marktteilnehmern geschlossen, die über den Zugang zu den notwendigen finanziellen Ressourcen verfügen.
Eine stabile Finanzierungsstruktur aufzubauen bedeutet - heute mehr denn je – den Unternehmenserfolg zu sichern. Kurz: Ein guter Unternehmer muss auch Finanzierungsfragen unternehmerisch behandeln. Abgesehen von den wenigen Ausnahmen, die ihren Mittelbedarf ausschließlich aus Eigenkapital decken können, finanziert sich der Mittelstand in Deutschland nahezu vollständig über Hausbanken oder Investitionsförderkredite. Die meisten anderen Finanzierungsquellen fallen derzeit noch kaum ins Gewicht. Bedenklich daran ist nicht die Bankfinanzierung an sich, sondern das Eingehen der einseitigen Abhängigkeit vom Kreditmarkt. Das Risiko liegt nicht darin, dass einzelne Banken ihre Konditionen oder Kreditvergabepraktiken restriktiver gestalten, sondern dass der gesamte Finanzsektor gleichgerichtet agiert.
Wie das Platzen der Immobilienblase in den USA eindruckvoll gezeigt hat, gibt es wegen der engen Geschäftsverflechtungen im Bankenmarkt heute kaum Ereignisse, die ein Institut isoliert betreffen. Gleichzeitig sind die Risikosteuerungssysteme der Kreditinstitute, teilweise durch das Aufsichtsrecht verordnet, heute in weiten Teilen durch identische Parameter beeinflusst, so dass Kreditentscheidungen sektorweit ähnlichen Steuerungsimpulsen unterliegen. Erleidet also eine Bank in einer Branche Verluste, trifft das meist auch andere Institute, die Risikomanagementsysteme schlagen Alarm und die Kreditvergabe des gesamten Finanzsektors in dieser Branche sinkt. Der Blick auf die jüngsten Zahlen der Bundesbank zu den an inländische Unternehmen vergebenen Krediten bestätigt das skizzierte Muster. So zeigt z.B. die Entwicklung des Kreditvolumens im Zeitraum Juni‘08 bis Juni‘09 (vgl. Tabellen) in den mittelstandsnahen Branchen einen Rückgang um EUR 35 Mrd. (-2,4%).
Kreditwachstum findet sich vor allem in Branchen mit großen Akteuren und stabilen Ertragsprognosen (Energie, Telekom, Versicherungen) sowie dort, wo öffentliche Stützmaßnahmen greifen (Baubranche, Fahrzeugbau). Diese beiden Trends zeigen sich, mit wenigen Ausnahmen, homogen für alle Arten von Banken (z.B. Groß- und Landesbanken etc.). Hinzu kommt, dass die Branchenangaben auch Großkonzerne beinhalten, die von der zurückhaltenden Kreditvergabe weniger stark betroffen sein dürften. Zu dem Ergebnis, dass kleine und mittlere Unternehmen von der Kreditverknappung stärker getroffen sind, als Großunternehmen kommt auch die EZB in einer Studie vom 21.09.2009. Damit wird deutlich, dass die Streuung von Finanzierungsrisiken über eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Banken nur unzureichend funktioniert. Die Streuung von Risiken, die im operativen Geschäft z.B. durch den Aufbau eines möglichst breiten Kunden- und Lieferantenstamms angestrebt ist, wird im Bezug auf die Finanzierung von den meisten Mittelständlern vernachlässigt.
Ein möglicher Weg, die Verfügbarkeit von Kapital zu sichern, wenn die Kreditmärkte schrumpfen, ist die Finanzierung über
Anleihen, Genussrechte und ähnliche, kapitalmarktnahe Instrumente. Während die Kreditmärkte stagnieren, ist der Markt für Unternehmensanleihen in 2008 um 85% und bis Juli 2009 um weitere 21% gewachsen (vgl. Graphik S.1). Seit Beginn der Krise wurden Unternehmensanleihen in Höhe von EUR 149 Mrd. erfolgreich zur Fremdkapitalbeschaffung platziert. Noch sind es mehrheitlich Großunternehmen, die über Anleihen und andere Kapitalmarktinstrumente Kreditengpässe komkompensieren, aber diese Finanzierungsquelle ist auch für den Mittelstand eine echte Alternative. Anleihen, Genussrechte und Schuldscheindarlehen werden derzeit bereits von Unternehmen mit Umsätzen ab EUR 5 Mio. erfolgreich begeben. Diese Instrumente eröffnen die Möglichkeit, Finanzierung unternehmerisch zu gestalten.
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Ihr Anleihen Finder Team
ct
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