Mit dem „Best Practice Guide“ auf dem richtigen Weg! – Warum die Börse Frankfurt bei Unternehmensanleihen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Führungsrolle unter den Qualitätstreibern übernimmt – Kolumne von Hans-Jürgen Friedrich, KFM Deutsche Mittelstand AG

Mittwoch, 9. April 2014
Hans-Jürgen Friedrich Vorstand KFM Deutsche Mittelstand AG Kolumne Anleihen Finder Redaktion anleihen-finder.de


Nach einem erfolgreichen Start der Mittelstandsanleihen-Märkte in der Vergangenheit entwickelte sich dieses Marktsegment zu einer beachtlichen Größe. Pioniere dieses Marktsegmentes machen auf die Vorteile für Unternehmen und Anleger aufmerksam. Andere Marktteilnehmer hatten und haben eine kritische bis ablehnende Haltung. Sie fordern mehr Qualität und Transparenz. Während die Pessimisten schon einmal einen Abgesang auf dieses junge Marktsegment anstimmen, nehmen die Fürsprecher die Entwicklungen und die Kritik zum Anlass, um notwendige Verbesserungen einzuleiten und durchzuführen. Der „Best Practice Guide“ der Deutschen Börse Frankfurt ist ein handfestes Zeichen!

Die Deutsche Börse Frankfurt übernimmt Führungsrolle….

Im Mai 2010 eröffnete die Börse Stuttgart mit „Bondm“ ein spezielles Handelssegment für Unternehmensanleihen im Freiverkehr. Die erzielten Platzierungserfolge bei den Emissionen von Mittelstandsanleihen ließen damals auch die anderen Börsenplätze aufhorchen. So eröffneten in der Folgezeit auch die Börsenstandorte Düsseldorf den „mittelstandsmarkt“, Frankfurt den „Entry Standard“ und München den „m:access“. Mittlerweile wurden Anleihen im Volumen von mehr als fünf Milliarden Euro erfolgreich platziert und der Börsenplatz Frankfurt hat die Führungsrolle in Deutschland übernommen.

… und gibt die Marschrichtung vor!

Die Deutsche Börse hat gestern Empfehlungen für die Emission einer Unternehmensanleihe im Entry Standard veröffentlicht. Dieser Leitfaden fußt auf der Erfahrung der letzten drei Jahre und wurde in Zusammenarbeit mit ausgewählten Deutsche Börse Listing Partnern, der DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) und dem DIRK (Deutscher Investor Relations Verband) erstellt. Die aufgeführten Anforderungen betreffen Emittenten, Banken, Anwälte, Ratingagenturen, Researchhäuser und Kommunikationsagenturen gleichermaßen. Das aufmerksame Studieren dieser Leitlinien kann nur empfohlen werden.

Handlungsempfehlungen für mehr Qualität annehmen!

Erfolgreiche mittelständische Unternehmen wollen professionell begleitet werden. Dies erfordert von den handelnden Akteuren Disziplin im Denken und im Handeln. Sie sind für Emittenten Wegweiser und nehmen auch eine „Türsteher“-Rolle für den Eintritt in dieses Marktsegment ein. Wenn ein Emittent für den Gang auf das Parkett (noch) nicht geeignet ist, muss ihm das klar und deutlich gesagt werden. Geschäftsführern von Unternehmen, die mit Hilfe von Unternehmensanleihen den Finanzierungsmix auf der Passivseite der Bilanz bereichern möchten, sind aufgefordert, die Hinweise und Ratschläge von professionellen Begleitern ernsthaft zu prüfen und Handlungsempfehlungen zu beachten.

Die Beachtung des Best Practice Guide der Börse Frankfurt von allen angesprochenen Akteuren ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der angemahnten Qualität. Der Markt hat diese Entwicklung teilweise schon vorweggenommen. Über Auswahlverfahren und eine laufende Überwachung der emittierten Anleihen und Emittenten wird schon jetzt die Spreu vom Weizen getrennt. Es ist ein deutliches Zeichen, dass in der jüngsten Vergangenheit manche Neuemissionen mehrfach überzeichnet waren, während andere Emittenten ihre Platzierung verschieben oder streichen mussten.

Ich wünsche allen Qualitätstreibern weiterhin viel Kraft und allen Lesern ein frohes Osterfest!

Ihr Hans-Jürgen Friedrich

Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG

Foto: KFM Deutsche Mittelstand AG

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