Ja zum Finanzierungsmix … eine breite Finanzierungsstruktur wird für KMUs immer bedeutender – Kolumne von Michael Bulgrin, biallas communication & consulting GmbH

Mittwoch, 18. März 2015


Unternehmensfinanzierung ist ein strategisches Thema – auch oder gerade für den deutschen Mittelstand. Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen für eine aktuelle Studie des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM) sehen dies so und bestätigen damit ein wichtiges Prinzip erfolgreichen Unternehmertums: Finanzen müssen auch langfristig geplant werden.

Doch die Studie unterstreicht noch einen weiteren wichtigen Trend: Unternehmen sind durchaus zur Veränderung althergebrachter Finanzierungsstrukturen bereit! 47 Prozent der Befragten – also nahezu jedes zweite Unternehmen – ist offen für einen breiteren Finanzierungsmix, der neben dem klassischen Bankkredit ergänzende Eigen- und Fremdkapitalinstrumente sowie Beteiligungen, Factoring und Leasing beinhaltet. Der Wille zu Veränderung ist also da. Doch an der Umsetzung hapert es in deutschen Unternehmen noch. Denn während Unternehmer im angelsächsischen Raum seit Jahrzehnten den Kapitalmarkt als etabliertes Terrain zur Unternehmensfinanzierung nutzen, ist dieser für viele KMU-Chefs in Deutschland nach wie vor noch Neuland.

Aber selbst bei den klassischen Bankkrediten ist seit einiger Zeit eine klare Zurückhaltung zu beobachten. Eine Entwicklung, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit seiner „Diagnose Mittelstand 2015“, einer Befragung von 415 Sparkassen-Experten, jetzt statistisch untermauert: Lediglich 16 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, dass ihre Kunden mehr Investitionsmittel abfragen. Bei 45,8 Prozent riefen die Mittelständler sogar weniger Gelder ab. Dabei floss mehr als die Hälfte der Mittel in Ersatzinvestitionen. Und nur ein Fünftel der Unternehmen setzte diese Mittel für die Expansion ein. Die bereits in der „Diagnose Mittelstand 2014“ erwähnte Investitionsschwäche wurde also in der aktuellen Studie erneut bestätigt.

DSGV-Präsident Georg Fahrenschon kommentierte die Umfrageergebnisse erneut mit mahnenden Worten an den deutschen Mittelstand: „Wer heute nicht investiert, läuft Gefahr, morgen ins Hintertreffen zu geraten.“ Die weitere Verbesserung der Eigenkapitalausstattung der KMUs von 19,7 Prozent im Jahr 2012 auf 22,3 Prozent in 2013 ist zumindest ein positiver Effekt. Im internationalen Vergleich sind sie damit jedoch nach wie vor unterer Durchschnitt.

Deutsche KMU müssen ihre Finanzierung flexibilisieren und auf ein solides, langfristiges Fundament stellen. Diese Erkenntnis ist in den Köpfen vieler Unternehmer inzwischen angekommen. Doch auch wenn die Umsetzung schwierig und der Gang an den Kapitalmarkt für viele eine große Unbekannte ist: Kein Unternehmenslenker sollte sich bei der Finanzierung lediglich auf die eigene Finanzkraft oder die regionale Hausbank verlassen. Kluge Finanzstrategen haben Pfeile für jedes Ziel und jede Distanz im Köcher, so dass sie mit ihrem Finanzierungsmix garantiert ins Schwarze treffen. Für Finanzierungsplan A muss es auch immer eine Finanzierungsalternative B geben. Welche davon die bessere ist, entscheidet sich nicht durch die aktuelle Momentaufnahme, sondern durch den strategischen Weitblick in der Unternehmensfinanzierung.

Michael Bulgrin

Großes Foto:  EvelynGiggles / flickr

Kleines Foto: Michael Bulgrin / biallas communication & consulting GmbH

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