IMMOFINANZ AG: Russland-Krise führt zu erheblichem Konzernverlust im Geschäftsjahr 2014/15 – Keine Dividende an Aktionäre – Verkauf des Logistikportfolios geplant

Freitag, 7. August 2015


Die österreichische IMMOFINANZ AG hat im Geschäftsjahr 2014/15 ein Konzernergebnis von minus 361,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Als Grund für den enormen Verlust nannte der Immobilienkonzern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Russland und die damit verbundenen Immobilien-Abwertungen. Auch spürbar gesunkene Mieterlöse in den Moskauer Einkaufszentren hätten das Ergebnis belastet.

Zudem hätten negative Wechselkurseffekte vor allem aus der Bewertung der USD-Finanzierungen der Moskauer Shopping Center sowie aus der Bewertung der Umtauschanleihe auf BUWOG-Aktien das Finanzergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert.

Operatives Ergebnis steigt

Nach eigenen Angaben habe die IMMOFINANZ AG im Geschäftsjahr 2014/15 das operative Ergebnis allerdings um 17 Prozent auf 316,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr steigern können. Gestiegene Ergebnisbeiträge aus Immobilienverkäufen und aus der Immobilienentwicklung konnten dabei laut IMMOFINANZ den Rückgang beim Ergebnis aus Asset Management, der auf geringere Mieterlöse in Russland sowie Immobilienverkäufe zurückzuführen sei, überkompensieren.

Kennzahlen der IMMOFINANZ AG

// 1. Mai 2014 – 30. April 2015 // Δ in % // 1. Mai 2013 – 30. April 2014

(in Millionen EUR)*

Mieterlöse // 426,3 // -10,9% // 478,5

Ergebnis aus Asset Management // 313,3 // -18,4% // 383,9

Ergebnis aus Immobilienverkäufen // 43,5 // >100% // 5,7

Ergebnis aus der Immobilienentwicklung // 11,0 // n.a. // -45,0

Sonstige betriebliche Aufwendungen // -73,6 // -19,1% // -91,1

Operatives Ergebnis // 316,5 // 17,0% // 270,5

Sonstiges Bewertungsergebnis // -100,5 // n.a. // 199,2

Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit (EBIT) // 216,0 // -54,0% // 469,7

Finanzergebnis // -565,2 // >100% // -248,6

Konzernergebnis aus fortgef. Aktivitäten // -361,4 // n.a. // 72,0

* Die Vergleichszahlen 2013/14 wurden angepasst
Quelle: Immofinanz AG

Keine Dividende

Die Ergebnissituation sowie die Ungewissheit der zukünftigen Entwicklung in Russland seien ausschlaggebend dafür, dass der Vorstand der IMMOFINANZ der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2014/15 keine Dividende vorschlagen werde, berichtet das Unternehmen. Der Termin für die 22. ordentliche Hauptversammlung wurde unterdessen auf den 1. Dezember 2015 verschoben.

Mit den beiden Aktienrückkaufprogrammen 2014/15 sowie 2015 habe die IMMOFINANZ nach eigenen Aussagen Aktien für rund 102,0 Millionen Euro zurückerworben, was rund 0,10 Euro je Aktie entspräche.

Der Geschäftsbericht der IMMOFINANZ AG für 2014/15 ist hier einzusehen.

ANLEIHE CHECK: Die IMMOFINANZ AG hatte im Juli 2012 eine Unternehmensanleihe (WKN A1G6CN / ISIN: AT0000A0VDP8) mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro begeben. Die Anleihe wird jährlich mit 5,25 Prozent verzinst und läuft noch bis Juli 2017. Die an der Börse Wien notierte Anleihe wird an den Börsenplätzen in Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und München gehandelt und notiert aktuell bei 104,85 Prozent (Stand: 07.08.2015).

Verkauf des Logistikportfolios

Die IMMOFINANZ will sich nach eigenen Angaben im laufenden Geschäftsjahr 2015/16 von ihrem Anteil an der BUWOG trennen.

Zudem haben Vorstand und Aufsichtsrat der IMMOFINANZ die Abgabe des Logistikportfolios mit einer vermietbaren Fläche von rund einer Million m² beschlossen. Der Verkaufsprozess sei bereits eingeleitet worden. Auf die Logistikaktivitäten des Konzerns entfallen nach dem Verkauf der City Box rund acht Prozent des gesamten Immobilienvermögens des Konzerns.

„Wir planen, das Portfolio auf die Kernkompetenzen Einzelhandel und Office zu konzentrieren und die Wettbewerbsposition der IMMOFINANZ in diesen Bereichen weiter auszubauen“, erklärt IMMOFINANZ-CEO Oliver Schumy.

Anleihen Finder Redaktion. Timm Henecker.

Foto: fihu / flickr fihu

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Unternehmensanleihe der IMMOFINANZ AG 2012/2017

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