Euroboden-Chef Stefan Höglmaier: Sind es gewohnt, Fremdmittel in der Höhe der Anleihe planmäßig zurückzuführen – Letzter Tag der Zeichnungsfrist der Euroboden-Anleihe

Donnerstag, 11. Juli 2013


Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews mit Stefan F. Höglmaier, dem Gründer und geschäftsführenden Alleingesellschafter der Euroboden GmbH, warum seiner Meinung nach die Kennzahl Umsatz irreführend sei,  wie er die Eigenkapitalquote von Euroboden stärken will und welche Strategien er entwickelt hat, um die Euroboden-Anleihe pünktlich und in vollem Umfang zurückzahlen zu können.

Anleihen Finder Redaktion: Betrachtet man als einzelne Kennziffer die Umsatzrentabilität, so fällt auf, dass diese nach Angaben im Creditreform-Ratingbericht von 26,67 Prozent in 2011 auf 11,31 Prozent in 2012 gefallen ist. Welchen Geschäftsentwicklungen ist diese Verschlechterung geschuldet? Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken? Inwiefern wird sich Ihre Umsatzrentabilität durch die genannten Maßnahmen verbessern?

Stefan F. Höglmaier, Euroboden GmbH: „Richtiger ist hier die Größe Gesamtleistung“

Stefan F. Höglmaier: Das Immobilienprojektgeschäft ist aufgrund seiner Struktur grundsätzlich einer gewissen Volatilität bezüglich der Umsätze und Ergebnisse ausgesetzt. Der Verkauf von Wohnungen ist erst bei Übergabe ertragswirksam. Daher ist die Verwendung der Kennzahl „Umsatz“ irreführend. Richtiger ist hier die Größe „Gesamtleistung“. Schwankungen im Projektgeschäft lassen sich über einen Mehrjahreszeitraum bzw. erst über die gesamte Dauer eines Projektes (ca. drei bis fünf Jahre) glätten.

Anleihen Finder Redaktion: Die Eigenkapitalquote ist eine weitere Kennziffer, auf die Anleger achten. Oft wird in der Fachpresse beschrieben, dass EK-Quoten unter 20 bedenklich seien. Wie wird sich Ihre EK-Quote im Zuge der Anleihen-Emission entwickeln und welche Grenzen sind für Sie relevant?

Stefan F. Höglmaier: Wir sind ein gesundes und rentables Unternehmen mit einem seit 1999 erprobten und erfolgreichen Geschäftsmodell. Die Eigenkapitalquote liegt bei knapp unter 25 Prozent. Künftige Gewinne werden faktisch thesauriert und bleiben nach den Anleihebedingungen im Unternehmen – so wird das Eigenkapital weiterhin gestärkt. Nach der Begebung der Anleihe wird die Eigenkapitalquote vorerst etwas absinken. In den Folgejahren wird sie sich aber entsprechend deutlich verbessern und auf Grund unserer Thesaurierung auf knapp 50 Prozent bis zum Jahr 2016 anwachsen.

 

Anleihen Finder Redaktion: Kommen wir zur Ausgestaltung Ihrer Anleihe. In welche Projekte möchten Sie die Anleihen-Erlöse konkret investieren?

Stefan F. Höglmaier: Wir wollen in neue Immobilienprojekte, also in deren Ankauf, Errichtung bzw. Revitalisierung, investieren. Dies beinhaltet die Prüfung und den Erwerb von Objekten sowie deren Errichtung und/oder Revitalisierung. In den nächsten Jahren sehen wir zwei bis drei zusätzliche ertragreiche Projekte. Wir verfügen bereits jetzt über kaufvertraglich gesicherte, aus unserer Sicht deutlich unterbewertete Objekte sowie über konkrete Ankaufsmöglichkeiten. Für unsere derzeitigen Projekte benötigen wir die Anleihe nicht, da diese komplett durchfinanziert sind. Der Finanzierungsbaustein Anleihe hilft uns allerdings dabei, die Pipeline weiter zu verdichten, da wir kurzfristig Objekte akquirieren können – und das ohne lange Verhandlungen mit Banken.

Anleihen Finder Redaktion: Aus welchen Gründen haben Sie sich für das Segment „der mittelstandsmarkt“ der Börse Düsseldorf entschieden?

Stefan F. Höglmaier: Bei der Entscheidung für den mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf haben Faktoren wie z.B. die Organisation und Struktur des Segments sowie die dort bereits gelisteten Emittenten und insbesondere auch die Performance im Sekundärmarkt für uns eine Rolle gespielt.

Stefan F. Höglmaier, Euroboden GmbH: „Bereits vor Ablauf der Laufzeit der Anleihe werden wir ausreichende Mittel ‚geparkt‘ haben.“

Anleihen Finder Redaktion: Welche Strategien haben Sie entwickelt, damit am Ende der Laufzeit der Anleihe genügend Mittel für die Rückzahlung vorhanden sind?

Stefan F. Höglmaier: Wie bereits erwähnt, werden wir die erwirtschafteten Gewinne während der Laufzeit der Anleihe zu 100 Prozent im Unternehmen belassen und damit auch das Eigenkapital stärken. Bisher haben wir unsere Projekte mithilfe von Eigenkapital und Bankkrediten finanziert und sind es gewohnt, Fremdmittel in der Höhe der nun begebenen Anleihe planmäßig zurückzuführen. Wir erzielen hohe Gewinne aus dem Verkauf unserer Objekte und verfügen über eine sehr genaue Liquiditätsplanung. Bereits vor Ablauf der Laufzeit der Anleihe werden wir ausreichende Mittel „geparkt“ haben. Daher behalten wir uns auch vor, die Anleihe nach dem Ablauf von vier Jahren komplett zurückzuzahlen.

Anleihen Finder Redaktion: Zum Schluss bitten wir Sie um einen kurzen, mittelfristigen Ausblick auf die nächsten Geschäftsjahre. Welche konkreten Erfolge streben Sie an? – Und wo sehen Sie Ihr Unternehmen langfristig nach dem Ende der Laufzeit der Anleihe?

Stefan F. Höglmaier, Euroboden GmbH: „Euroboden ist die erste Architekturmarke der Bauträgerbranche“

Stefan F. Höglmaier: Euroboden ist die erste Architekturmarke der Bauträgerbranche. Durch unsere Reputation am Markt und unser Netzwerk aus international renommierten Architekten werden wir auch in Zukunft städtebauliche und wirtschaftliche Mehrwerte erzeugen und damit einen Beitrag zur architektonischen Kultur in Deutschland leisten.

Mit den Mitteln aus der Anleihe haben wir die Möglichkeit, Potenziale noch schneller zu heben, auch über München und Berlin hinaus den Maßstab für architektonisch hochwertigste Bauträgerschaft zu setzen und unsere führende Position als Bauträger im Bereich anspruchsvoller Wohnimmobilien im deutschsprachigen Raum konsequent auszubauen.

Anleihen Finder Redaktion: Herr Höglmaier, vielen Dank für das Interview!

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Anleihen Finder Redaktion

Fotos: Euroboden GmbH

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