Anleihen-Barometer: Hörmann-Anleihe 2016/21 (A2AAZG) wird auf 3 Sterne herabgestuft – „Kurs gestiegen, Rendite gefallen“

Donnerstag, 27. Juli 2017


Herabstufung im Barometer – in ihrem aktuellen Anleihen-Barometer stuft die KFM Deutsche Mittelstand AG die 4,50%-Anleihe der Hörmann Industries GmbH (WKN A2AAZG) aufgrund der rückläufigen Rendite als „durchschnittlich attraktiv“ ein.

Aufgrund der hohen Solidität des Unternehmens, der guten betriebswirtschaftlichen Entwicklung sowie des positiven Ausblicks in Verbindung mit der leicht unterdurchschnittlichen Rendite von 2,81% p.a. (auf Kursbasis 106,50% am 26.07.2017) bewertet die KFM die Hörmann-Anleihe 2016/21 (A2AAZG) als „durchschnittlich attraktiv“ (3 von 5 möglichen Sternen). Im letzten Anleihen-Barometer zur Hörmann-Anleihe 2016/21 im November 2016 verteilte die KFM noch 3,5 Sterne, weil das Investement aufgrund eines niedrigeren Kurswertes beim Kauf zum damaligen Zeitpunkt eine größere Rendite versprach (Rendite von 4,03% p.a. auf Kursbasis 102,10% am 22.11.2016).

INFO: Lesen Sie hier das vorherige Anleihen-Barometer zur Hörmann-Anleihe aus dem November 2016

Hörmann-Anleihe mit Call-Option

ANLEIHE CHECK: Die im November 2016 emittierte Anleihe der Hörmann Industries GmbH (vormals Hörmann Finance GmbH) ist mit einem Zinskupon von 4,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 21.11.) ausgestattet und hat eine Laufzeit bis zum 21.11.2021. Der Emissionserlös von 30 Millionen Euro diente im Wesentlichen zur vorzeitigen Ablösung der Alt-Anleihe 2013/18. In den Anleihebedingungen sind vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten der Emittentin ab dem 21.11.2019 zu 101,50% und ab 21.11.2020 zu 100,50% des Nennwertes vorgesehen.

Geschäftsjahr 2016

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte Hörmann einen Konzernumsatz von 464,6 Millionen Euro nach 435,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Umsatzwachstum resultiert im Wesentlichen aus dem Segment „Dienstleistung Kommunikation“, das den Umsatz auf 69,7 Millionen Euro steigern konnte (Vj. 28,5 Millionen Euro). Hintergrund ist im Wesentlichen die erstmalige unterjährige Vollkonsolidierung der Funkwerk AG mit einem Umsatzbeitrag von 37,0 Mio. Euro im Jahr 2016. Nachdem das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Jahr 2015 bereits deutlich auf 11,9 Millionen Euro gesteigert werden konnte, wurde im ersten Halbjahr 2016 eine weitere Erhöhung auf 16,9 Millionen Euro erreicht. Damit konnte die zuletzt bestätigte Umsatz- und Ergebnisprognose deutlich übertroffen werden.

Für das Geschäftsjahr 2017 prognostiziert die Geschäftsführung einen Gesamtumsatz von 480,0 bis 490,0 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von etwa 13,0 Millionen Euro, wobei hierin bereits geplante Restrukturierungskosten von 2,5 Millionen Euro enthalten sind.

Investitionen

Per 31.12.2016 weist Hörmann Industries eine solide Eigenkapitalquote von 37,4% (Vorjahr: 33,4%) aus. Hervorzuheben sei laut KFM, dass die Anleihemittel sowohl bei der Erstemission als auch bei der Folgeemission durch Liquidität gedeckt sind. Zum Bilanzstichtag hat das Unternehmen einen Nettofinanzmittelbestand von 39,1 Millionen Euro und ist damit anhaltend netto-schuldenfrei.

Mit Mitteilung vom 11.07.2017 hat Hörmann Industries bekanntgegeben, die Übernahme des derzeit von MAN gehaltenen 40%-Anteils an der Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH zu beabsichtigen. Daneben wurde bereits im Jahresabschluss 2016 eine anhaltende Investitionstätigkeit in die Automatisierung – insbesondere im Automotive-Bereich – kommuniziert. Entsprechend ist in den nächsten Jahren von investiven Liquiditätsabflüssen sowie einer eher stabilen bis leicht rückläufigen Eigekapitalquote auszugehen.

Entflechtung vom MAN-Konzern

„Mit den geplanten Investitionen in die Produktionsautomatisierung begegnet Hörmann dem Branchentrend der Nutzfahrzeugindustrie zu Plattformstrategien. Die geplante Entflechtung vom MAN-Konzern ermöglicht ein erhöhtes Wachstum durch Kundendiversifizierung. Durch die in 2016 getätigten Übernahmen ist Hörmann Industries als langfristig ertragreiches und diversifiziertes Industrieunternehmen positioniert“, so die Analysten in ihrem Fazit.

Hörmann Industries

INFO: Die Aktivitäten der Hörmann Industries mit ihren drei Geschäftsbereichen bündeln das Industrie-Geschäft der 1955 gegründeten Hörmann-Gruppe.

Im größten Segment „Automotive“ agiert Hörmann als führender Zulieferer von metallischen Komponenten und Systemen für die Nutzfahrzeug-, Bau- und Landmaschinenindustrie. Dazu gehören beispielsweise Chassisteile wie Rahmenlängsträger für schwere Lkw oder Komplettsysteme, die Just-in-Sequence an fast alle bedeutenden Fahrzeughersteller (OEMs) geliefert werden. Im Segment „Automotive“ werden etwa 74% des Konzernumsatzes erwirtschaftet (Geschäftsjahr 2016). Hörmann deckt die komplette Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Logistik und zum Service ab. Historisch besteht eine enge Geschäftsbeziehung zum Kunden MAN, von dem in der Vergangenheit einzelne Produktionswerke übernommen wurden. Aktuell befindet sich das Unternehmen im Aufbau eines weiteren Standortes in der Slowakei. In diesem Werk sollen primär lohnintensive Artikel durch voraussichtlich etwa 60 Mitarbeiter in der Produktion gefertigt werden.

Im zweiten Segment „Engineering“ sind die Aktivitäten der Generalplanung von Ingenieurleistungen in der Baubranche gebündelt. Im Jahr 2014 wurde der Bereich „Engineering“ durch den Zukauf der Hörmann Logistik GmbH erweitert. Im dritten Segment „Dienstleistung Kommunikation“, der Keimzelle der heutigen Hörmann-Gruppe, bietet das Unternehmen Systeme und Serviceleistungen rund um die Kommunikations- und Sirenentechnologie. Die Geschäftsbereiche „Engineering“ und „Kommunikation“ wurden durch die mehrheitliche Übernahme der VacuTec Messtechnik GmbH und die Erhöhung der Anteile an der Funkwerk AG im 3. Quartal 2016 weiter gestärkt.

TIPP: Lesen Sie auch: „Herr Dr. Radke, warum ist die Hörmann Industries GmbH derzeit so erfolgreich?“

Foto: Hörmann Industries GmbH

Anleihen Finder Datenbank:

Unternehmensanleihe der Hörmann Finance GmbH 2013/18 (getilgt)

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