Anleihen-Barometer: Heidelberger Druckmaschinen AG mit schwächerem ersten Halbjahr 2016/17 – Anleihe bleibt „durchschnittlich attraktiv“

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Pressemitteilung der KFM Deutsche Mittelstand AG:

KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer – Die „8,00%-Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe“ (Update)

8,00%-Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe wird weiterhin als „durchschnittlich attraktiv“ (3 von 5 möglichen Sternen) eingestuft

In ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zur Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe (A14J7A) kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe weiterhin als „durchschnittlich attraktiv“ (3 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist ein Unternehmen des Präzisionsmaschinenbaus mit Hauptsitz in Heidelberg. Das Unternehmen ist mit einem Weltmarktanteil von über 40% der weltweit marktführende Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen.

Neben dem Maschinenbau ist die Heidelberger Druckmaschinen AG auch im Service-Geschäft tätig. Das Service-Geschäft umfasst sowohl Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilleistungen als auch die Versorgung der Printmedien-Kunden mit Verbrauchsmaterialien. Das Service-Geschäft wurde im April 2015 durch die Übernahme der Printing Systems Group (PSG) gestärkt.

Weltweit arbeiten etwa 11.500 Mitarbeiter in der Entwicklung, Produktion sowie im Vertrieb und Service für die Heidelberger Druckmaschinen AG. In Deutschland fertigt das Unternehmen hoch automatisierte und variantenreiche Hightech-Maschinen nach Kundenbedarf in allen Formatklassen. In Qingpu bei Shanghai in China werden hochwertige vorkonfigurierte Editionsmodelle produziert. Weiterhin wurden strategische Partnerschaften mit Fujifilm und Ricoh im Bereich Digitaldruck eingegangen, aus denen bereits Produktvorstellungen und erste Geschäftsabschlüsse resultieren.

Verbesserte Auftragssituation und leicht rückläufige Umsätze im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/17

Im 1. Halbjahr 2016 (April – September) haben sich die Umsätze um 90,0 Mio. Euro auf 1,07 Mrd. Euro verringert. Im gleichen Zeitraum konnte die Emittentin eine Steigerung der Auftragseingänge um 85,0 Mio. Euro auf 1,41 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1,32 Mrd. Euro) verzeichnen. Der Auftragsbestand zum Ende des 1. Halbjahres erhöhte sich auf 765,0 Mio. Euro, womit der Bestand 121 Mio. Euro über dem Vorjahreswert liegt. Die Emittentin erwartet daher einen Anstieg der Umsatzerlöse für das 2. Berichtshalbjahr.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erreichte bereinigt um Sonder- und Einmaleffekte 39,0 Mio. Euro und hat sich damit um 18,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert verringert. Haupt-Ergebnisträger ist wie in den Vorjahren das Segment Heidelberger Services. Die EBITDA-Marge ohne Berücksichtigung der Sondereffekte verringerte sich im Berichtshalbjahr von 6,8% in 2015 auf 4,2% in 2016. Laut Unternehmensangaben ist dies auf Vorleistungen für den beschleunigten Ausbau des Digital- und Servicegeschäftes zurückzuführen. Diese Maßnahmen sollen zukünftig eine EBITDA-Marge von 7,0 bis 10,0% für den Konzern sicherstellen.

Verringerung des Eigenkapitals durch steigende Pensionsrückstellungen

Das Eigenkapital der Emittentin hat sich im Berichtszeitraum April bis September 2016 um 168,0 Mio. Euro auf 126,0 Mio. Euro verringert. Hierdurch sank die Eigenkapitalquote von 13,0% auf 5,9%. Die Eigenkapitalveränderung ist primär auf Anpassungen der Pensionsrückstellungen zurückzuführen. Diese wurden wegen versicherungsmathematischen Veränderungen um 142,0 Mio. Euro erhöht. Die Rückstellungserhöhung ist nicht Ergebnis- oder Cash-wirksam.

Die Netto-Verschuldung beträgt zum Ende des 1. Halbjahrs 276 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr konnte damit eine leichte Entschuldung erzielt und die Netto-Verschuldung um 8 Mio. Euro gesenkt werden. Mit der vorzeitigen vollständigen Rückführung der ausstehenden 9,25%-Anleihe der Heidelberger Druckmaschinen AG im Juni 2016 gelang der Gesellschaft eine weitere Optimierung der Finanzierungsstruktur, die kurzfristig zu einer weiteren Verbesserung der Ertragskraft und des Free Cashflows führen wird.

8,00%-Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe mit Laufzeit bis 2022

Die im Mai 2015 emittierte Anleihe der Heidelberger Druckmaschinen AG ist mit einem Zinskupon von 8,00% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 15.05. und 15.11.) ausgestattet und hat eine Laufzeit bis 2022. Im Rahmen der Anleiheemission wurden insgesamt 205,4 Mio. Euro platziert. Die Anleihe wurde ausschließlich institutionellen Investoren zur Zeichnung angeboten und die kleinste handelbare Einheit liegt bei nominal 100.000 Euro. Eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit für die Emittentin ist in den Anleihebedingungen ab dem 15.05.2018 zu 104% des Nennwerts, ab dem 15.05.2019 zu 102% des Nennwerts und ab dem 15.05.2020 zu 100% des Nennwerts vorgesehen. Auf aktueller Kursbasis (107,00% am 14.12.2016) ergibt sich bis zur Kündigungsmöglichkeit zum 15.05.2018 eine Rendite von 5,54% p.a., bis zur Kündigungsmöglichkeit zum 15.05.2019 eine Rendite von 5,64% p.a., bis zur Kündigungsmöglichkeit zum 15.05.2020 eine Rendite von 5,71% p.a. und bis zum Ende der Laufzeit am 15.05.2022 eine Rendite von 6,45% p.a.

Fazit: Durchschnittlich attraktive Bewertung

Trotz des schwächeren 1. Halbjahres des Geschäftsjahres 2016/17 und des durch Pensionsrückstellungen belasteten Eigenkapitals, sowie der niedrigen EBITDA-Marge bewerten wir die 8,00%- Heidelberger Druckmaschinen-Anleihe weiterhin als „durchschnittlich attraktiv“. Hintergrund ist die bestehende Marktführerschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG bei Bogenoffset-Druckmaschinen, die positive Auftragsentwicklung und die attraktive Rendite der Anleihe von 6,45% p.a. (auf Kursbasis 107,00% am 14.12.2016 bei Berechnung bis zur Endfälligkeit am 15.05.2022).

KFM Deutsche Mittelstand AG

Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG

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