Anleihen-Barometer: Deutsche Rohstoff-Anleihe 2016/21 (A2AA05) erneut im Check

Mittwoch, 24. Mai 2017


In ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer bewertet die KFM Deutsche Mittelstand AG die Anleihe 2016/21 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A2AA05) als „durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)“ mit 3,5 von 5 möglichen Sternen. Hintergrund für die Herabstufung im Vergleich zum letzten Barometer ist der in den letzten Monaten deutlich gestiegene Kurs der 5,625-prozentigen Anleihe und damit die rückläufige Rendite auf aktuell 3,81 Prozent p.a.

Die Bewertung der KFM: „Aufgrund der signifikanten Verbesserung der Ertragskraft des Portfolios und des anhaltend ertragreichen Wachstumspotenzials in Verbindung mit der zuletzt rückläufigen Rendite von 3,81% p.a. (Kurs von 106,50% am 23.05.2017) und der attraktiven Anleihebedingungen hinsichtlich vorzeitiger Kündigung und Step-Up-Regelung bewerten wir die 5,625%-Deutsche Rohstoff-Anleihe (A2AA05) nun als „durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)“ (3,5 von möglichen 5 Sternen).“

Hinweis: Lesen Sie dazu auch das vorherige Anleihen-Barometer vom Juli 2016: Anleihen-Barometer: KFM nimmt die neue Unternehmensanleihe 2016/21 der Deutsche Rohstoff AG (A2AA05) unter die Lupe

Anleihe bietet Zinskupon von 5,625% p.a.

ANLEIHE CHECK: Im Juli 2016 wurde die 5,625%-Anleihe der Deutsche Rohstoff AG mit Laufzeit bis zum 20.07.2021 im Volumen von 40,6 Mio. Euro platziert und im Dezember 2016 um weitere rund 10 Mio. Euro aufgestockt. Die Mittel der Anleihe werden überwiegend im Öl- und Gasgeschäft investiert. Eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit der Anleihe durch die Emittentin ist in den Anleihebedingungen ab dem 20.07.2018 zu 103%, ab dem 20.07.2019 zu 102% und ab dem 20.07.2020 zu 101% des Nennbetrags vorgesehen.

INFO: Die Deutsche Rohstoff verpflichtet sich u.a., während der Laufzeit eine Mindesteigenkapitalquote von 25% im Konzern und in der Einzelgesellschaft einzuhalten. Außerdem müssen der Wert der Öl- und Gasreserven plus die liquiden Mittel im Konzern immer mindestens dem ausstehenden Anleihevolumen entsprechen (Vermögensbindung). Bei Verletzung der Mindesteigenkapitalquote und/oder der Vermögensbindung erhöht sich die Verzinsung im ersten Jahr der Pflichtverletzung um 0,5% p.a. (Step-Up-Regelung), so dass die Anleihegläubiger für das erhöhte Risiko kompensiert werden.

Gestiegenen Ölpreise und Absicherung gegen einen Preisrückgang

Im Anleihen-Barometer der KFM heißt es weiter:

„Seit dem Verkauf der Öl- und Gasaktivitäten der Tekton Energy hat die Deutsche Rohstoff wieder ein Portfolio an Bohrflächen aufgebaut. Die Öl- und Gas-Aktivitäten sind u.a. in den Beteiligungen Cub Creek Energy (Anteil 80%) und Elster Oil & Gas (Anteil 93%) gebündelt. Der Reserven-Gutachter Ryder Scott hat die gesicherten Reserven der beiden Beteiligungen zum 31.12.2016 nochmals von 10 Mio. Barrel Öläquivalent (BoE) per Mai 2016 auf etwa 12 Mio. BoE angehoben und die wahrscheinlichen Reserven mit weiteren knapp 12 Mio. BoE (über 12 Mio. BoE per Mai 2016) festgestellt.

In Verbindung mit dem gestiegenen Ölpreisniveau von aktuell etwa 50 US-Dollar pro Barrel und der weitgehenden Absicherung der Produktionsmenge im Jahr 2017 gegen einen Ölpreisrückgang mittels „costless collars“, die Mindestpreise von 47 US-Dollar pro Barrel garantieren, aber auch Höchstpreise von 58 USD pro Barrel festschreiben, hat sich die Ertragskraft des Portfolios signifikant verbessert.

Weiterhin wurden im Dezember 2016 in der Öl- & Gas-Beteiligung Salt Creek Oil & Gas (Anteil 91%) Bohrflächen in North Dakota für einen Kaufpreis von etwa 38 Mio. US-Dollar erworben. Auf den Flächen befinden sich bereits 60 produzierende Bohrungen sowie weitere bis zu 90 geplante Bohrungen, die ab 2017 einen EBITDA-Beitrag von nahezu 5 Mio. US-Dollar mit steigender Tendenz liefern sollen.

Im Jahr 2016 konnten bereits signifikante, jedoch geringer als geplante Umsatzerlöse aus Öl und Gas, insbesondere aus den selbst betriebenen Bohrungen der Cub Creek Energy, von 9,2 Mio. Euro erzielt werden (Vj. 1,9 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde auf 6,4 Mio. Euro (Vj. 4,9 Mio. Euro) verbessert. In 2016 profitierte die Deutsche Rohstoff AG zudem von Steuervorteilen aus Sonderabschreibungen auf die Investitionen in den USA. Das Unternehmen wird hierdurch Liquiditätszuflüsse von etwa 12,0 Mio. Euro (geplant etwa 10,0 Mio. Euro) erhalten. Auf das Ergebnis hat dies jedoch keinen Einfluss, da in ähnlicher Höhe für latente Steuern Rückstellungen gebildet wurden. Insgesamt wurde ein Nachsteuer-Konzernergebnis von 0,1 Mio. Euro erwirtschaftet.

Aufgrund des weiter laufenden Bohrprogramms mit insgesamt über 100 genehmigten Bohrungen ist in den Jahren 2017 und 2018 mit weiter deutlich steigenden Umsatzerlösen und Erträgen der Deutsche Rohstoff sowohl aus den dann ganzjährig produzierenden Anlagen als auch aus den zusätzlichen Bohranlagen zu rechnen. Umsatzerlöse von 20,9 Mio. Euro und ein EBITDA von 17,2 Mio. Euro im ersten Quartal 2017 untermauern diese Einschätzung.

Darüber hinaus verzeichnet die Deutsche Rohstoff auch im Bereich Metalle Fortschritte in der Entwicklung der Projekte, u.a. mit der wesentlichen Beteiligung Almonty Industries, die zum weltweit größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas entwickelt wird.

Trotz des laufenden Bohrprogramms weiterhin überdurchschnittliche Bonität

Wie bereits im KFM-Barometer im Juli 2016 erläutert, führen die laufenden Investitionen in das US-amerikanische Öl- & Gas-Geschäft zu einer steigenden Netto-Verschuldung sowie einer rückläufigen Eigenkapitalquote. Nachdem zum 31.12.2016 stichtagsbedingt eine vergleichsweise niedrige Quote von 34,2% verzeichnet wurde (31.12.2015: 48,3%), hat sich diese bereits zum 31.03.2017 wieder auf 38,4% erhöht. Die Netto-Verschuldung des Konzerns hat sich aufgrund des Bohrprogramms und der Zukäufe der Salt Creek Oil & Gas auf etwa 47 Mio. Euro erhöht. Hervorzuheben ist, dass die Finanzierungsbasis mittels einer „Reserve Based Lending Facillity“ einer US-Bank, die über Reserven besichert ist, zu attraktiven Konditionen verbreitert werden konnte. Damit werden auch grundsätzlich bestehende Währungsrisiken, die aus der Produktion im US-Dollar-Raum resultieren, reduziert.

Durch das laufende Öl- & Gas-Investitionsprogramm ist kurz- bis mittelfristig mit einer weiter leicht rückläufigen Eigenkapitalquote zu rechnen. Aufgrund der besonders anfangs hohen Öl-Fördermengen und der daher hohen erwarteten Ergebnisse sowie der laufenden Abschreibungen ist sowohl während als auch nach Abschluss des Investitionsprogramms mit einer Eigenkapitalquote von über 30% zu rechnen.“

Anleihen Finder Redaktion.

Foto: Deutsche Rohstoff AG

Anleihen Finder Datenbank:

Anleihe 2016/21 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A2AA05)

Anleihe 2013/18 der Deutsche Rohstoff AG (WKN A1R07G)

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